FELDENKRAIS

FELDENKRAIS  Moshé Feldenkrais (1904–1984)

Zur Biografie von Moshé Feldenkrais und
weitere Informationen zur Methode,
siehe Feldenkrais-Verband Deutschland
www.feldenkrais.de

 

Somatisches Lernen

oder auch Organisches Lernen, wie Moshé Feldenkrais es nannte, ist grundlegend. Wir alle lernten im Feld der Schwerkraft und in der Auseinandersetzung mit dem Boden: zu greifen, zu rollen, zu krabbeln, uns aufzurichten, zu gehen. Wir lernten sprechen, singen, uns auszudrücken und vieles mehr. Keiner hat uns das beigebracht, sondern wir lernten durch Nachahmung und selbstständiges Forschen, die Welt zu erkunden.

Moshe Feldenkrais entwickelte Bewegungsfolgen, die es dem erwachsenen Menschen ermöglichen, sich selbst in seiner Bewegung präzise und differenziert wahrzunehmen, sich konkret sinnlich zu erkunden und darin unbekanntes Potenzial zu entdecken, auszuprobieren und einzusetzen.

Dies geschieht in einer Atmosphäre von Wertschätzung und Respekt, es braucht Aufmerksamkeit, die nicht wertet oder urteilt. Somatisches Lernen passiert, wenn es erlaubt ist, zu experimentieren, ohne sich mit anderen zu vergleichen, wenn man Fehler machen, wenn man sich irren darf, wenn genug Zeit da ist, wenn Lust und Neugierde entsteht …

 

in Gruppen: Bewusstheit durch Bewegung

Bewegungsfolgen werden verbal angeleitet, sehr genau und in einer klaren Struktur. Es sind einfache Bewegungen, in der Regel nicht kompliziert, aber doch oft verblüffend. Meist sind es Bewegungen, die im Liegen ausgeführt werden, aber auch im Sitzen oder im Stehen und Gehen. Der Fokus der Bewegungen liegt nicht auf der Form, sondern auf der inneren Wahrnehmung: Wie fühlt sich diese Bewegung an? Welche Gelenke nutze ich? Wie viel Kraft setze ich ein? Was sind überflüssige Bewegungen und Anspannungen? Nutze ich den Boden? – Um das wahrnehmen zu können, bewegen sich die Teilnehmenden langsam, achtsam mit sich und den eigenen Bedingungen. Es ist eine freundliche Entdeckungsreise!

 

für Einzelne: Funktionale Integration

Die Arbeit mit Einzelnen geschieht in einem nonverbalen Dialog. Der „Schüler“ liegt in bequemer Kleidung auf einer Liege und wird vom Feldenkrais-Lehrer bewegt. Die Bewegungen werden sanft und klar ausgeführt, auf der Suche nach qualitätsvoller Bewegung: fließend, leicht, zusammenhängend, umkehrbar. Der Schüler ist frei, sich ganz auf das Wahrnehmen der Bewegung einzulassen. Es ist in aller Regel angenehm, so berührt und bewegt zu werden. Und oft überraschend, was an freier, geschmeidiger Bewegung möglich wird.

Eine Analogie macht den Unterschied zwischen Einzel- und Gruppenarbeit vielleicht deutlich: Stell dir vor, du bist in einer fremden Stadt und ein Reiseführer (Feldenkrais-Lehrer) zeigt dir die wunderschönsten Plätze, führt dich von hier nach dort und du folgst und staunst, dieses Plätze wirst du erinnern und wiedererkennen. Das entspricht der Einzelarbeit. In der Gruppenarbeit bekommst du eine Wegbeschreibung und fängst an, selbst nach den Wegen zu suchen, du probierst aus, du irrst dich, du findest, du bist überrascht … nach einer Weile aber weißt du, wie du hierher gekommen bist. Du lernst mehr und mehr deine „Bewegungskarte“ kennen!

Ob sich jemand für Einzelarbeit oder für die Gruppenteilnahme entscheidet, ist individuell unterschiedlich. Manchmal klärt sich das in einem gemeinsamen Gespräch.

 

Für wen ist FELDENKRAIS geeignet?

FELDENKRAIS unterstützt jeden darin, sich selbst besser wahrzunehmen, so dass man lernen kann, seinen Körper besser – effizienter, mit weniger Anstrengung – zu nutzen und einzusetzen.

Die Methode ist geeignet für

  • alle Altersstufen, ohne besondere Vorerfahrungen
  • Menschen, die das Bedürfnis verspüren, ihren Alltag leichter, also weniger angestrengt, zu leben; die sich gestresst fühlen
  • ältere Menschen oder nach Verletzungen, um sich wieder stabiler und sicherer bewegen zu können
  • Menschen, die körperliche Leistungen erbringen und die Gefahr von Verletzungen besser einschätzen wollen
  • Tänzer/innen, Sänger/innen, Schauspieler/innen, Sportler/innen – all die, die ihren Körper differenzierter und feiner wahrnehmend einsetzen wollen
  • alle, die neugierig sind auf ein immer größeres Verständnis des eigenen Daseins und ein Bedürfnis nach persönlicher Entwicklung und Reife verspüren.