die Feldenkrais-Methode


„Was mich interessiert, sind nicht bewegliche Körper, sondern bewegliche Gehirne.“
(MF)

Moshé Feldenkrais

entwickelte die nach ihm benannte Methode. Sie gehört in den Bereich des Somatischen Lernens – wie auch Atemtherapie nach Ilse Middendorf, Eutonie (Gerda Alexander), Body-Mind-Centering (Bonni B. Cohen), Körperarbeit nach Dore Jacobs, Elsa Gindler und Heinrich Jakoby.

 


Wer keine Fehler macht, verhindert lernen!

 

Somatisches Lernen
oder auch Organisches Lernen, wie Moshé Feldenkrais es nannte, ist grundlegend. Es ist eng mit der frühkindlichen Bewegungsentwicklung verknüpft: Wir alle lernten zu greifen, zu rollen, zu krabbeln, uns aufzurichten, zu gehen. Wir lernten sprechen, singen, uns auszudrücken und vieles mehr. Keiner hat uns das beigebracht, sondern wir lernten durch Nachahmung und selbstständiges Erforschen der eigenen Möglichkeiten im Kontext unserer Umgebung.

Bewegung und Lernen – die Entstehung notwendiger und sinnvoller Vernetzungen im Gehirn – sind also eng miteinander verbunden. Die Bewegungsfolgen der Feldenkrais-Methode basieren darauf; sie fordern das Nervensystem auf, neue Lösungen für Bewegungen zu finden; Bewegungen, die effektiver – also weniger Kraftaufwand erfordern – und damit müheloser, leichter, eleganter sind.

Dieses Lernen braucht eine Atmosphäre von Wertschätzung und Respekt, braucht Aufmerksamkeit, die nicht urteilt oder bewertet; Somatisches Lernen passiert, wenn es „erlaubt ist“, Fehler zu machen, wenn genug Zeit da ist, wenn Lust und Neugier entstehen darf …

„Organisches Lernen ist grundlegend, daher unerlässlich. Es kann auch therapeutisch wirken. Lernen ist gesünder, als Patient zu sein oder sogar als geheilt zu werden. Leben ist kein Ding, sondern ein Prozess. Prozesse aber gehen gut, wenn es viele Wege gibt, sie zu beeinflussen. Um das zu tun, was wir möchten, brauchen wir mehr Wege als nur den einen, den wir kennen – mag er auch an sich ein guter Weg sein.“
(M. Feldenkrais: Entdeckung des Selbstverständlichen, 1987, S. 57)